Was in uns wächst - Gedanken zur Erntezeit im Oktober
- beatrixzacheiss
- 6. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 8. Okt. 2025

Erinnerst du dich noch an den März? Oder an den Beginn dieses Jahres? Eine Zeit, in der viele von uns Pläne geschmiedet, Wünsche geäußert und Samen für die Zukunft gesät haben. Vielleicht war es der Wunsch nach einem neuen Job, mehr Ruhe, einer gesünderen Lebensweise oder einem lang gehegten Traum.
Jetzt, einige Monate später, blicken wir auf unseren inneren Garten. Ist schon etwas aufgegangen? Keimt das, was wir uns vorgenommen haben bereits? Oder zweifeln wir heimlich, ob die Saat überhaupt jemals Früchte tragen wird?
Es ist spannend, wie wir Menschen manchmal funktionieren. Wenn wir einen Tomatensamen in die Erde setzen, vergessen wir ihn vielleicht für eine Weile. Aber wir zweifeln kaum daran, dass daraus im Sommer eine Pflanze mit leckeren Früchten wachsen wird. Wir vertrauen dem Prozess.
Warum tun wir das bei unseren eigenen Zielen und Wünschen oft nicht? Warum fällt es uns so schwer, an unser eigenes Wachstum und unsere "Ernte" zu glauben?
Die Antwort liegt oft tief verborgen, wie unsichtbare Wurzeln unter der Erde: in unserem Unterbewussten. Dort sind viele Dinge verankert, die uns davon abhalten können, genau das Leben zu leben, das wir uns wünschen - und das uns manchmal sogar daran hindert, überhaupt erst bewusst danach zu streben.
Es ist wie ein Naturgesetz: Jeder Gedanke, jede Erfahrung, die wir tief in uns aufnehmen ist ein Samen, eine Ursache. Und jeder Zustand, den wir erleben, sei es innere Zufriedenheit oder das Gefühl des Mangels, ist eine Wirkung davon. Das Besondere am Unbewussten ist, dass es keinen Unterschied macht, ob diese Samen "gut" oder "schlecht" sind, "wahr" oder "falsch". Es wertet nicht. Es pflanzt und lässt einfach wachsen, was gesät wird, ganz anders als unser bewusster Verstand.
Was sind diese unsichtbaren Wurzeln?
🌱 Unsere inneren Überzeugungen (Glaubenssätze): Das sind die Dinge, die wir tief in uns für wahr halten. Oft stammen sie aus unserer Kindheit und sind uns gar nicht bewusst. Sätze wie „Das schaffe ich sowieso nicht“, „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss immer perfekt sein“ oder „Ich verdiene das Glück nicht“ können wie kleine Zäune in unserem inneren Garten wirken und verhindern, dass unsere Träume wachsen.
🌱 Vergangene Einflüsse von Personen: Manchmal tragen wir noch die Stimmen oder Erwartungen von wichtigen Menschen aus unserer Vergangenheit in uns – Eltern, Lehrer, Freunde. Vielleicht haben sie uns unbewusst vermittelt, dass wir bestimmte Dinge nicht können oder nicht sein sollen. Diese alten Eindrücke können uns heute noch beeinflussen, auch wenn die Personen längst nicht mehr so präsent sind.
🌱 Erfahrungen und „Fakten“ aus der Vergangenheit: Vielleicht hast du in der Vergangenheit schon einmal etwas versucht und bist gescheitert. Oder jemand hat dir gesagt, dass „man das so nicht macht“. Diese „Beweise“ oder negativen Erlebnisse können sich wie Anker anfühlen, die uns an den Boden fesseln. Sie lassen uns zweifeln und vergleichen die Gegenwart mit der Vergangenheit, anstatt neu und frei zu handeln.
Das Fatale daran ist: Diese unsichtbaren Wurzeln beeinflussen unser Handeln im Hier und Jetzt, ohne dass wir es merken. Sie sabotieren unsere Samen, noch bevor sie eine Chance haben zu keimen.
Der erste Schritt, um das zu ändern ist, diese Wurzeln überhaupt erst einmal zu erkennen. Indem wir uns fragen: "Was hält mich wirklich zurück?" und genauer hinsehen, können wir beginnen, unseren inneren Garten neu zu gestalten.
Denn genau wie beim Tomatensamen: Wenn wir die Erde pflegen, die kleinen Pflänzchen hegen und störendes Unkraut entfernen, dann steht einer reichen Ernte nichts mehr im Wege. Und diese Ernte kann ein erfülltes und selbstbestimmtes Leben sein, genau so, wie wir es uns wünschen. Doch manchmal braucht es einen kleinen Impuls. Ein Gespräch, einen neuen Gedanken oder einen frischen Blick auf das, was unter der Oberfläche liegt. Denk einmal darüber nach: Welche Wurzeln nähren dich und welche blockieren dein Wachstum?



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