Wir kennen oft nur einen kleinen Ausschnitt
- beatrixzacheiss
- 1. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Vor ein paar Tagen habe ich das Buch „Die 7 Wege zur Effektivität“ von Stephen R. Covey noch einmal in die Hand genommen.
Dabei bin ich wieder auf eine Geschichte gestoßen, an die ich schon lange nicht mehr gedacht hatte.
Ein Vater sitzt mit seinen Kindern im Zug. Die Kinder sind laut, laufen herum und bringen die anderen Fahrgäste gegen sich auf. Irgendwann spricht ihn jemand darauf an. Der Vater schaut auf und sagt: „Wir kommen gerade aus dem Krankenhaus. Die Mutter der Kinder ist vor einer Stunde gestorben. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll, und ich glaube, die Kinder wissen es auch nicht.“
Beim Lesen wurde mir wieder bewusst, warum mich diese Geschichte damals so beschäftigt hat. Nicht nur wegen der Traurigkeit. Sondern weil ich mich gefragt habe, wie ich wohl reagiert hätte. Die Menschen im Zug konnten nur sehen, was sich in diesem Moment vor ihren Augen abspielte. Bis heute erinnert sich mich daran, wie schnell wir unsere eigenen Schlüsse ziehen. Wir sehen etwas und unser Kopf macht daraus eine Geschichte. Dabei kennen wir oft nur einen kleinen Ausschnitt. Es lohnt sich manchmal, innezuhalten und etwas länger hinzuschauen. Wir müssen gar nicht immer sofort wissen, was richtig oder falsch ist.
In meinen Gesprächen mit Menschen erlebe ich immer wieder, dass sich nicht die Situation verändert, sondern der Blick darauf. Und genau das kann einen großen Unterschied machen.
Reflexionsfragen:
Welche Geschichte erzählt mir mein Kopf gerade?
Könnte es auch noch eine andere geben?
Übung für den Monat:
Wenn dir in den nächsten Tagen eine Situation begegnet, die dich ärgert oder überrascht, halte einen Moment inne.
Frage dich: Was weiß ich wirklich?
Und: Was ergänze ich gerade mit meiner eigenen Geschichte?
Die Situation muss sich gar nicht verändern, manchmal reicht schon ein anderer Blick darauf.
Mantra für den Monat:
Ich öffne mich für eine neue Perspektive



Kommentare